Was passiert eigentlich, wenn sich neun begeisterte Hobbybrauer treffen? Richtig – es wird gebraut! Und zwar nicht irgendwie, sondern mit Leidenschaft, Neugier aber auch Spass am Brauen. Gebraut werden sollte das diesjährige Siegerbier unseres Vereins-Brauwettbewerbs. Gewonnen hatte am 03.03.2026 das Bier „Dolli“, gebraut von unseren Vereinsmitgliedern Markus und Falk.
Unser Brautag im Brauwerk Schleife begann erst einmal mit der Abstimmung des Rezepts. Gemeinsam mit Markus, der als Sieger die Verantwortung zur Rezeptgestaltung trug, gab es mit dem Braumeister Max des Brauwerks letzte Anpassungen an die Zehn-Hektoliter-Anlage. Nach einer nochmaligen Verkostung des mitgebrachten Siegerbieres, wurde bewusst der Schwerpunkt gezielt auf mehr Aroma gesetzt. Insgesamt kamen 2050 g Hopfen zum Einsatz, wobei 1200 g Dolcita-Hopfen für die Whirlpool-Hopfung vorgesehen wurden. Diese sorgt nämlich nicht für zusätzliche Bittere, sondern bringt vor allem intensive, feine Hopfenaromen ins Bier – genau das, was wir erreichen wollten.

Dann ging es an die Arbeit. Der Brauvorgang startete mit dem Schroten des Malzes – insgesamt 165 kg Pilsner- und Böhmisches Tennenmalz. Eine für Hobbybrauer beeindruckende Menge.
Weiter ging es mit dem Einmaischen. Die schweren Malzsäcke mussten erst einmal auf einer Leiter nach oben getragen werden, um sie in den Braukessel zu schütten. Teamarbeit war hier gefragt. Oben angekommen, wurde das Malz ins Wasser gegeben und der Maischeprozess begann.


Während beim Maischeprozess im Braukessel Stärke zu Zucker umgewandelt wurde, war es Zeit für das Mittagessen. Es gab hervorragendes Gulasch mit Kartoffeln und Sauerkraut, zubereitet von Max’ Oma.

Nach dem Maischen folgte das Läutern. Die Nachgüsse liefen dabei ganz komfortabel automatisch über Pumpen – viel leichter als am heimischen Braukessel, der meisten Hobbybrauer.

Während des Läuterns wurde schon mal der Hopfen abgewogen. Beim Öffnen des Hopfenbeutels kam einem schon das pure Pfirsicharoma entgegen. Der Hopfen Dolcita hat erst im letzten Sommer seinen endgültigen Namen bekommen. Zuvor war er als HBC1019 gelistet. Es ist eine neue amerikanische Sorte und steht für ein intensives Pfirsich-Aroma.
Wenn wir uns schon den ganzen Tag in einer Brauerei aufhalten, durfte natürlich das obligatorische Zwickeln vom Reifetank nicht fehlen. Max schenkte uns von seinem Pils ein, welches in den letzten Zügen der Reifung war.


Nachdem der letzte Tropfen Würze in die Sudpfanne gepumpt war, begann der Kochprozess. Immer wieder sammelten sich neugierige Blicke über dem Schauglas, um zu beobachten, wie die Würze beim Kochen immer wieder impulsartig nach oben stieg. Nach 15 Minuten Kochen war Zeit für die erste Hopfengabe.
Während der Sud rund 75 Minuten kochte, gab es noch leckeren Kuchen, natürlich auch von Max’ Oma gebacken.
Nach dem Kochen wurde das, was zuvor noch Läuterpfanne war, zum Whirlpool. Nun kam auch die letze Hopfengabe letzte und größte Hopfengabe hinzu.
Im letzten Schritt wurde die heiße Würze über einen Plattenkühler heruntergekühlt und in den Gärtank gepumpt. Auf dem Weg dorthin wurde die Würze auch noch einmal belüftet, damit sich die Hefe im Gärtank besser vermehren kann. Dies sorgte dafür, dass aus dem Überlauf am Ende schon der Schaum rausschoß. Der Schaum hatte schon ein sehr intensives Pfirsicharoma.
Abschliessend kam die Trockenhefe „Saflager S-23“ hinzu – der Startschuss für die Gärung und damit für den letzten großen Abschnitt auf dem Weg zu unserem Vereinsbier.
Zum Abschluss kümmerten sich noch Dave und Fred um das Austrebern. Damit war der Brautag auch endgültig zu Ende.


Neun Hobbybrauer, viele helfende Hände, spannende Gespräche und jede Menge Spaß – so macht Bierbrauen Freude.
Großen Dank an dieser Stelle an Max vom Brauwerk Schleife, der uns einen sehr unterhaltsamen Brautag geboten hat.
Jetzt heißt es nur noch: geduldig sein und gespannt auf das Ergebnis warten.
Das Bier wird erstmalig am 6.6.2026 an unserem Stand beim Bierfest Pirna ausgeschenkt.
Wer auch einmal einen Brautag im Brauwerk Schleife verbringen möchte, der muss nicht unbedingt einen Wettbewerb gewinnen. Max bietet für jedermann Brauseminare in seiner Brauerei an: https://brauwerk-schleife.de
